Erkundung der Ironman Radstrecke

Unser letzter Urlaub im Jahr 2016 ging im November aus familiären Gründen nach Groß Britannien und das mit unserem fast 30 Jahre alten VW Bus „der schönen Helene“.

Nach einer Woche im Peak District und Bristol landeten wir auf einem Campingplatz, der direkt einer Farm angeschlossen war, in der Nähe von Pembroke. Bereit die Strecke des Ironman Wales zu erkunden. Ich war allerdings total erkältet und nach einer Woche Dauerregen auch nicht mehr ganz motiviert. Nachdem wir den ersten Tag, bei eher bescheidenem Wetter, auf Pembroke Castle verbrachten, empfing uns der zweite Tag vor Ort ganz unerwartet mit traumhaftem Sonnenschein und immerhin milden 8 Grad.

Da ich mich insgesamt besser fühlte wurden die Cyclocross-Räder startklar gemacht um den ersten Teil der Radstrecke abzufahren,  der direkt vor unserer Haustür begann.

Es war sonnig, kalt, teilweise windig aber sehr schön. Die Gegend ist beeindruckend und landschaftlich vielfältig. Grüne Hügel, Strand, Dünen, Klippen, kleine britische Dörfer…bereits am ersten Tag war alles dabei. Mitten auf der Landstraße stießen wir zwischendurch auf ein kleines geschecktes Schwein, was anscheinend gerade auf seinem Mittagsspaziergang war. Hinterher war ich durchgefroren aber motiviert und begeistert. Knapp 40km mit moderaten Anstiegen und traumhaften Ausblicken. Überhaupt hatte ich Glück, dass ich schon wieder so fit war um aufs Rad steigen zu können.

Am nächsten Morgen zeigte sich erneut die Sonne und es war klar dass der zweite Teil an der Reihe war. Die Strecke des Ironman Wales ist so aufgeteilt, dass ein Teil einmal gefahren wird und ein Teil zweimal und der sollte nun in Angriff genommen werden.

Vorab kann ich sagen ein Wechselbad der Gefühle. Ich glaub für meinen Freund war es teilweise wirklich anstrengend mit mir. Ungefähr im 5 Minuten-Takt wechselte meine Stimmung von: „ich mach da nicht mit, das ist eine ganz blöde Idee“ zu „oh, wie schön das hier ist, das wird bestimmt super.“ Ich nutze die Ausrede, dass ich wirklich nicht fit war und knapp 80km bei 8 Grad trotz Sonnenschein schon kräftezehrend sind. Außerdem ist mein Cyclocrossrad nicht mein Lieblingsrad. Wir werden nicht richtig warm miteinander. Zum Anderen ist die Strecke nun einmal polarisierend! In dem einen Augenblick fährt man an einer Burg vorbei, dann durch ein kleines Dörfchen und im nächsten Moment hat man plötzlich eine 20% steile Rampe der weitere folgen. Es ging nicht nur mit meinen Emotionen rauf und runter… Trotz allem muss ich sagen, dass die Schönheit der Strecke einen für die brennenden Oberschenkel entschädigt. Der zweite Teil ist sogar fast noch besser als der erste. Der Ort wo alles stattfindet heißt Tenby und der ist sogar im November eine Reise wert. Überall bunte Häuschen, ein traumhafter Strand, ein kleines Fort…

Ich möchte keine Langdistanz machen um irgendwelche Zeiten zu schaffen oder um am Ende sagen zu können, dass ich einen Ironman gemacht habe. Es geht mir natürlich um die sportliche Herausforderung aber auch um eine besondere Erfahrung in einer schönen Umgebung mit einer einprägsamen Strecke. Über die Stimmung kann ich euch dann hoffentlich nächstes Jahr im September mehr erzählen. Letztlich möchte ich Ankommen, meine eigenen Grenzen überwinden und genießen! Das Ritzelpaket an meinem Triathlonrad werde ich aber noch einmal austauschen müssen ;-).

 

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